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01. Juni 2026

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Irland · 12 min

Wild Atlantic Way 2026 — Irland-Coastal-Route in 14 Etappen

Die 2.500 km lange offizielle Coastal-Route entlang Irlands Westküste — von Malin Head nach Kinsale in 14 fahrbaren Etappen mit Discovery Points, B&B-Praxis und Saison-Logik.

Der Wild Atlantic Way ist mit 2.500 Kilometern die längste durchgehend beschilderte Küstenroute der Welt. Seit 2014 vom irischen Tourismus-Board Fáilte Ireland mit eigenem Logo (eine stilisierte Welle vor blauem Hintergrund) und über 4.000 Wegmarken ausgestattet, verbindet sie Malin Head in County Donegal mit Kinsale in County Cork — vom nördlichsten zum südlichsten Festland-Punkt der Republik Irland entlang des Atlantiks. Wer die Route komplett fährt, kreuzt neun Counties und passiert 14 offiziell ausgewiesene Discovery Points, an denen Aussichtspunkte, Wanderwege und kuratierte Erzählungen zur Geologie und Geschichte angelegt sind.

Diese Anleitung gliedert die Route in 14 Tagesetappen mit Distanzen zwischen 120 und 220 Kilometern. Wer Bilder im Kopf hat — Klippen, Schafe, Stein-Cottages — bekommt sie zuverlässig. Wer einen Plan braucht, der mit Mietwagen, B&B-Buchung und der irischen Wetter-Realität funktioniert, findet ihn hier.

Die Route als geographischer Rahmen

Der Wild Atlantic Way folgt der Atlantikküste in Nord-Süd-Richtung. Offiziell ist sie in sechs Zonen unterteilt: Northern Headlands (Donegal), Surf Coast (Sligo/Mayo), Bay Coast (Mayo/Galway), Cliff Coast (Clare), Southern Peninsulas (Kerry) und Haven Coast (Cork). Innerhalb dieser Zonen markieren die 14 Discovery Points die Höhepunkte. Die hier vorgeschlagene Etappierung orientiert sich an diesen Punkten und an realistischen Fahrzeiten auf den oft schmalen R- und L-Straßen, auf denen 80 km/h erlaubt, aber selten gefahren werden.

Die 14 Etappen im Detail

Etappe 1: Malin Head — Letterkenny (140 km)

Start am Banba’s Crown, dem nördlichsten Punkt der Insel und ersten Discovery Point. Die Route folgt der Inishowen Peninsula im Uhrzeigersinn südwärts. Stopp am Five Fingers Strand und am Mamore Gap, bevor es nach Letterkenny in Donegals Hauptort geht. Übernachtung in einem der B&Bs entlang der Port Road.

Etappe 2: Letterkenny — Donegal Town (160 km)

Westwärts in den Glenveagh National Park (16.000 Hektar Glen, See und ein viktorianisches Schloss), dann über Dungloe nach Ardara. Discovery Point Slieve League Cliffs: mit 601 Metern höher als die bekannteren Cliffs of Moher und über die Bunglas-Straße direkt anfahrbar. Übernachtung in Donegal Town.

Etappe 3: Donegal Town — Sligo (130 km)

Über Mullaghmore Head (Discovery Point, im Winter ein Surf-Spot für Wellen über 15 Meter) und Streedagh Strand nach Sligo. Yeats-Country: Drumcliffe Friedhof mit dem Grab des Dichters liegt direkt an der Route.

Etappe 4: Sligo — Westport (170 km)

Über die Ox Mountains nach Ballina, dann durch die einsame Erris-Halbinsel mit Discovery Point Downpatrick Head (Sea Stack Dún Briste, 50 Meter aus dem Atlantik). Weiter nach Westport, einer planvoll im 18. Jahrhundert angelegten Kleinstadt am Fuß des Croagh Patrick.

Etappe 5: Westport — Clifden (150 km)

Über Louisburgh und den Doolough Pass (eine der dramatischsten Straßenabschnitte der Route) in den Connemara National Park. Discovery Point Killary Harbour — Irlands einziger Fjord. Übernachtung in Clifden, dem Hauptort Connemaras.

Etappe 6: Clifden — Galway (120 km)

Sky Road als Schleife um Clifden, dann durch die Maumturk Mountains und entlang Lough Corrib nach Galway. Eine kurze Etappe, die Zeit für Galway selbst lässt (Latin Quarter, Spanish Arch).

Etappe 7: Galway — Doolin (140 km)

Über die Burren-Hochfläche (Karst-Landschaft mit alpiner und mediterraner Flora auf einer Höhe von wenigen hundert Metern) nach Doolin. Discovery Point Cliffs of Moher — 214 Meter senkrechter Klippenabsturz auf 8 Kilometern Länge. Übernachtung in Doolin oder Lahinch.

Etappe 8: Doolin — Tralee (200 km)

Über Loop Head Lighthouse (Discovery Point), Auto-Fähre Killimer—Tarbert über den Shannon (Überfahrt 20 Minuten, etwa 22 EUR pro PKW), dann durch das nördliche Kerry nach Tralee.

Etappe 9: Tralee — Dingle (90 km)

Discovery Point Blasket Islands View vom Slea Head Drive. Die Dingle Peninsula gehört zur Gaeltacht — Irisch ist hier Amtssprache, Ortsschilder zweisprachig oder nur auf Irisch. Dingle Town als Übernachtungsort, kompakte Hafenstadt mit Pub-Sessions.

Etappe 10: Dingle — Cahersiveen (140 km)

Über Inch Beach und den Conor Pass auf den Ring of Kerry. Discovery Point Skellig View bei Portmagee: Blick auf Skellig Michael (UNESCO-Welterbe, frühmittelalterliches Mönchskloster, nur per Boot von Mai bis September erreichbar). Übernachtung in Cahersiveen oder Waterville.

Etappe 11: Cahersiveen — Kenmare (130 km)

Vollendung des Ring of Kerry über Waterville und Sneem nach Kenmare. Die Strecke ist im Hochsommer durch Reisebusse stark frequentiert — wer gegen den Strom (im Uhrzeigersinn) fährt, hat es ruhiger.

Etappe 12: Kenmare — Bantry (120 km)

Über die Beara Peninsula mit dem Healy Pass (R574, eine der schönsten Pässe der Insel) und Discovery Point Dursey Island — per Seilbahn erreichbar, die einzige in Irland. Übernachtung in Bantry.

Etappe 13: Bantry — Skibbereen (110 km)

Discovery Point Mizen Head: westlichster Punkt der Republik und der EU (vor dem Brexit der westlichste Punkt des Vereinigten Königreichs lag auf den Schotland-Inseln, seither verschoben). Stahl-Brücke über die Schlucht zum Signal-Station-Gebäude. Weiter über Schull nach Skibbereen.

Etappe 14: Skibbereen — Kinsale (130 km)

Über Baltimore, Lough Hyne und Clonakilty zum letzten Discovery Point Old Head of Kinsale. Endpunkt der Route in Kinsale — Gourmet-Hauptort des Südens mit guter Schluss-Verpflegung.

Saison und Wetter

Empfohlen ist Mai bis September. Im Mai und Juni sind die Tage am längsten (Sonnenuntergang gegen 22:00 Uhr im Norden), die Niederschläge am geringsten. Juli und August bringen Hauptsaison-Preise und volle B&Bs, aber auch das wärmste Wetter mit Tagestemperaturen um 18–22 °C. September ist ein Geheimtipp: stabil mildes Wetter, leere Straßen, fallende Preise. Oktober bis April fährt man die Route nur mit wetterfester Planung — Sturmwarnungen, geschlossene Aussichtsstraßen (besonders der Conor Pass und Healy Pass) und reduzierte B&B-Verfügbarkeit sind dann Standard.

B&B-Buchungspraxis

Klassische Familien-B&Bs kosten 2026 zwischen 80 und 140 EUR pro Nacht für ein Doppelzimmer inklusive Full Irish Breakfast (Eier, Speck, Würstchen, Black/White Pudding, Bohnen, gegrillte Tomate, Toast). In Tourismus-Hotspots wie Dingle, Doolin und Kinsale liegen die Preise an der oberen Grenze, in Donegal und West-Cork eher am unteren Ende. Buchung mindestens 6 Wochen vorab für die Hauptsaison, sonst über Plattformen wie B&B Ireland oder direkt per Telefon — viele kleine Häuser sind nicht auf den großen Buchungsportalen. Frühstück wird zwischen 7:30 und 9:30 Uhr serviert, oft an gemeinsamem Tisch.

Mietwagen und Linksverkehr

Mietwagenpreise 2026 liegen bei 30–50 EUR pro Tag für einen Kleinwagen, wenn 6 oder mehr Wochen voraus gebucht wird; Last-Minute-Preise im Juli/August können sich verdoppeln. Buchung über die internationalen Vermieter am Flughafen Dublin oder Shannon. Wichtig: Collision Damage Waiver (CDW) ist in Irland traditionell nicht im Basispreis enthalten und kostet zusätzlich 15–25 EUR pro Tag. Kreditkarten-Versicherungen werden von vielen irischen Vermietern nicht akzeptiert — separate Mietwagen-Vollkasko über einen deutschen Anbieter abschließen ist in der Regel günstiger.

Linksverkehr ist nach 30–60 Minuten Fahrt routiniert, schwierig bleiben enge Landstraßen ohne Mittellinie und Begegnungsverkehr mit Reisebussen. Schaltgetriebe ist Standard und billiger; Automatik kostet typisch 10–15 EUR mehr pro Tag. Tankstellen sind auf Donegal, Mayo und West-Kerry-Halbinseln rar gestreut — vor Etappen mit unsicherer Versorgung (insbesondere Etappe 4, 9 und 12) den Tank füllen.

Praktische Hinweise

Die Wegmarken sind weiß-blau und immer am rechten Straßenrand. An Abzweigungen weisen sie konsequent in Fahrtrichtung Süd. Wer von Süd nach Nord fährt, muss sich orientieren — die Beschilderung ist primär für die Süd-Richtung ausgelegt. Discovery Points haben eigene größere Tafeln mit dem Wave-Logo und sind auf der offiziellen Wild-Atlantic-Way-Karte (kostenfrei in Touristen-Informationen) eingezeichnet. Mobiles Internet ist auf 80 Prozent der Route brauchbar; in Connemara und auf der Beara Peninsula gibt es längere Funklöcher.

Wer alle 14 Etappen fährt, sollte 16 bis 18 Tage einplanen — mit Puffertagen für Wanderungen am Slieve League, am Croagh Patrick und auf den Cliffs of Moher.


Ressort: Irland